Der Obst- und Gartenbauverein Weickartshain mit seiner Vogelschutzgruppe lud am Donnerstagabend ins Dorfgemeinschaftshaus ein. Zahlreiche Besucher folgten der Einladung zum Vortrag über den Steinkauz – eine der kleinsten heimischen Eulenarten und charakteristischer Bewohner extensiver Streuobstlandschaften.

Referent Herr Martin Hormann stellte die Entwicklung der Steinkauzpopulation in der Region vor. Der Bestand des dämmerungs- und nachtaktiven Vogels war ab den 1960er-Jahren aufgrund von Lebensraumverlust stark rückläufig. Vor allem die Rodung alter Obstbäume, Flurbereinigung und fehlende Brutmöglichkeiten führten zu einem drastischen Einbruch. Dank Artenschutzmaßnahmen wie dem Erhalt von Streuobstwiesen, der Installation spezieller Niströhren und strukturreicher Grünlandpflege stabilisieren sich die Bestände mittlerweile vielerorts wieder – auch regional sei eine positive Tendenz erkennbar, so Hormann.

Ein zweiter Schwerpunkt galt der Streuobstwiese als Ökosystem. Alte Obstbäume, Totholz, Insektenreichtum und kurzrasige Jagdflächen bilden für den Steinkauz ein ideales Habitat. Hormann untermauerte seine Ausführungen mit anschaulichem Bildmaterial und statistischen Entwicklungen, die den Rückgang, aber auch erste Erholungstrends belegten. Den Leitgedanken seines Naturschutzengagements unterstrich Hormann mit dem oft Martin Luther zugeschriebenen Satz: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Wie er erklärte, setzt er diesen Gedanken auch persönlich um: Bereits zahlreiche Bäume hat er selbst gepflanzt – weitere sollen folgen.

Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Hormann Fragen aus dem Publikum. Die Vereinsvorsitzende Anna Hartmann bedankte sich im Anschluss mit einem kleinen Präsent. Schließlich endete der Abend bei Getränken und Imbiss in geselliger Runde.

Gut besuchter Vortrag im Dorfgemeinschaftshaus: Herr Hormann informierte über den Steinkauz und den Schutz von Streuobstwiesen.